Mit 60 Stundenkilometern den Einskanal hinunter

Als willkommenes Kontrastprogramm zum in letzter Zeit eher hektischen Sitzungsalltag, versprach der Abendtermin am vergangenen Montag eine bisweilen andere Art der Spannung und des Nervenkitzels. So lud die südsächsische Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, Frau Andrea Dombois, ihre Fraktionskollegen in ihren Wahlkreis, auf den Eiskanal nach Altenberg (Erzgebirge) ein. Dort erfuhren Ministerpräsident, Kultusminister und Abgeordnete nicht nur viel über den Bob- und Skeletonsport in Sachsen, die Nachwuchsförderung und die kommende WM im Jahr 2020, sondern konnten die ganze Sache, auf etwas langsameren Wintersportringen, auch selbst ausprobieren.

Wintersportringe sind große und reißfeste Kunststoffringe, ähnlich den bekannten Schwimmhilfen, welche auf einem so steilen Kanal, wie in Altenberg, trotzdem über 60 km/h schnell werden. Das sind zwar 85 Stundenkilometer weniger, als die Profis auf Bob und Skeleton erreichen, aber trotzdem genug, für einen guten Eindruck des Sports.  

Natürlich lieferten sich alle Teilnehmer dabei ein hartes Rennen, das bis zuletzt denkbar offen blieb. Die beiden besten Teams lagen nach dem ersten Durchgang gerade einmal drei Hundertstelsekunden auseinander. Im zweiten Durchgang musste dann also eine Entscheidung her. Durch eine fulminante Fahrt, gelang es dem Team, bestehend aus Jan Hippold, Andreas Heinz und Holger Gasse, das Rennen im zweiten Durchgang für sich zu entscheiden, da das bisher führende Gespann, um Jens Michel und Stephan Hösl, durch einen Fahrfehler fast sieben Zehntel einbüßte. Mit einer Gesamtzeit von 1:58.52 aus zwei Durchgängen gewannen Hippold, Heinz und Gasse somit durch eine knappen Vorsprung von gerade einmal sechs Zehnteln vor Michel und Hösl auf Platz Zwei in der Gesamtwertung. Wenige Sekunden danach folgten dann die weiteren Teams.

Der Selbsttest zeigte: der Eiskanal Altenberg ist nicht nur wegen seiner sehr guten technischen Ausstattung und dementsprechenden Leuchtturmfunktion in Sachsen und ganz Deutschland eine Reise wert. Er macht auch für Wintersportlaien viel Spaß.    

Team Hippold, Heinz, Gasse (v.l.n.r.) vor dem Start